Design Thinking mit und bei der EnBW

2014 EnBW Training September-001

Preisfrage: Wie bringt man Design Thinking in ein sehr etabliertes Unternehmen und wie kann man Management und Mitarbeiter von der „etwas anderen Art“ der (Zusammen-) Arbeit überzeugen und dafür begeistern? Indem man darüber spricht? Indem es von „obnen nach unten“ befehlt wird? Indem man das dem Zufall überlässt? Leider nein!

Denn Design Thinking wird bekanntermassen am Besten dadurch vermittelt in dem man es erlebbar macht! Deswegen stand in meiner Zusammenarbeit mit der EnBW, bei der es darum ging ein halb-tägiges Einstiegstraining zum Thema „Design Thinking“ zu erstellen, auch der „Erlebnisfaktor“ im Vordergrund und nicht die reine Wissensvermittlung.

Zusammen mit Manuela Maurus und Lutz Ehrlich von Seiten der EnBW ist dabei ein Format entstanden, das es den Teilnehmenden erlaubt, Design Thinking direkt anzuwenden, dabei neue KollegenInnen aus anderen Bereichen des Unternehmens kennenzulernen und last but not least auch die neugestalteten Räume im EnBW Innovations-Campus kennenzulernen.

2014 EnBW Training September-002

Anhand für die EnBW relevanter Fragestellungen rund um die Themen nachhaltige Energien und Mobilität konnten die Teilnehmenden erleben, wie schnell es möglich ist, in ein Problemfeld einzutauchen, einen konkretne Bedarf zu bestimmen und darauf aufbauend  Ideen und erste Prototypen zu erstellen. Dass dabei der Spass nicht auf der Strecken bleiben muss, war dann sozusagen noch das Sähnehäubchen.

Die ersten Trainings im September verliefen sehr positiv und rufen nach möglichst vielen Fortsetzungen. Daher freue ich mich, wenn nun möglichst viele ENBW-ler zu „Design Thinkern“ werden und das von mir mitentwickelte Training dabei einen kleinen Beitrag leisten kann.

2014 EnBW Training September-003

Design Thinking für ScrumMaster

Durch den Einsatz von Design Thinking können innovative Lösungen für oft komplexe Probleme gefunden werden. Doch was tun, wenn am Ende eines Design-Thinking-Workshops oder -Projektes validierte und vielversprechende Prototypen entstanden sind, die in einem nächsten Schritt dann in lauffähige und produktiv nutzbare Software umgesetzt werden sollen?

In diesem Fall hat sich die Kombiation von Design Thinking und agilen Softwaremethoden bewährt. Getreu dem Motto „Die richtige Software richtig bauen“ hilft Design Thinking u.a. zu Beginn besser zu verstehen, wo die eigentlichen Kundenbedürfnisse liegen. Wenn es dann in Richtung Implementierung geht wird diese heute oft ebenso Team-orientiert und iterativ angegangen. Scrum hat sich dabei als „umschliessen Klammer“ und Planungsmodel bewährt, das sowohl für Design Thinking als auch für die reine Implementerungsarbeit einen effektiven Rahmen liefert. Der ScrumMaster muss dabei beide Welten zusammenhalten und eine reibungslosen Übergang zwischen den zwei Phasen gewährleisten.

scrummaster-ausbildung.deDaher freue ich mich sehr die ScrumMaster-Ausbildung der emendare GmbH zu untersützen, die im Herbst mit einem neuen Zyklus starten wird.

Zusammen mit den sehr erfahrenene Scrum-Experten der emendare GmBH werden wir Design Thinking als Methode vorstellen und anhand von vielen Beispielen und Übungen gemeinsam erarbeiten, wie mögliche Kombinationen von Design Thinking und Scrum aussehen können, und wie ein ScrumMaster die dabei auftretenden Aufgaben und Herausforderungen bewältigen kann.

Ich freue mich auf dieses Training, bei dem es noch wenige freie Plätze gibt. Also nicht zögern und sofort anmelden.

Für Rückfragen stehen die Kollegen von emendare und ich selbstverstädnlich jederzeit zur Verfügung.

How to build better software – 13 „thinks“ to keep in mind

Im Rahmen des Entwickertages in Karlsruhe habe ich zusammen mit Tobias Hildenbrand über insgesamt 13 „Thinks“ gesprochen, die helfen können, „bessere“ Software-Produkte zu bauen.
Dabei ergänzen sich Design Thinking, Lean Management und agile Softwaremethoden zu einem nützlichen Baukasten, der sich für uns schon in diversen Projekten bewährt hat.

Es beginnt mit dem Team und den nötigen Freiräumen für innovative Ideen, geht über die richtigen Vorgehensweise für ein echtes Problemverständnis, über das schnelle und effektive Lernen und schrittweise Verbesseren von Lösungsideen bis hin zur effizienten und planbaren Umsetzung und Implementierung.

Zu diesem Vortrag gibt es auch einen Video-Mitschnitt.

How to find innovative solutions for wicked problems?

Im Rahmen des Karlsruher Entwicklertages habe ich zusammen mit Tobias Hildenbrand wieder mal und sehr gerne über Design Thinking gesprochen.

Im Fokus stand dieses Mal dabei das Problemlösen von den „wirklich kniffligen“ Problemem:

Beispielsweise den Problemen, die durch rein analytisches Vorgehen nicht lösbar sind. Oder den Problemen, bei denen sich Randbedingungen kontinuierlich ändern oder gänzlich unklar sind. Oder den Problemen, bei denen die eigentliche Fragestellung zu Beginn vielleicht noch gar nicht klar definiert ist.

Hier braucht es neue Denkmuster und Herangehensweisen oder um Albert Einstein zu zitieren: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Design Thinking und die damit verbundenen Methoden sowie die darunterliegende Haltung kann ein Weg zu neuen, überraschenden und innovativen Lösungen sein.

Was tun mit den UStrab-Baustellen?

Im Rahmen eines halbtägigen Design Thinking Workshops, den ich zusammen mit dem Verein Karlsruher Software Ingenieure (VKSI) am 18.April in Karlsruhe in den wunderbaren Räumen des CyberForums veranstaltet habe, haben sich die 18 Teilnehmenden mit möglichen Lösungen zur – in Karlsruhe – leider nur zu bekannten UStrab-Baustellenproblematik beschäftigt: Wie kann man trotz Baustellen ein ansprechende Einkaufserlebnis sicherstellen? Wie können die Belästigungen für Anwohner reduziert werden und wie kann die Situation für Pendler verbessert werden?

Das waren die „Design Challenges“, mit denen die 3 Teams gestartet sind. Um dann in bunt gemischten Teams (vom Projektleiter für SAP Implementierungsprojekte, über mehrere Studenten bis hin zum Kommunikations-Coach) und angeleitet und  unterstützt von jeweils einem erfahrenen Design Thinking Coach die Fragestellung anhand des Design-Thinking-Prozesses anzugehen und zu bearbeiten.

Und schon die Rechereche-Phase an mehreren Karlsruher Strassenbahn-Haltestellen brachte die einen oder andere überraschenden Erkenntnis: Beispielsweise sind nicht „Lärm und Schmutz“ die Hauptärgernisse für Baustellen-Anwohner sondern vielmehr die fehlende Informationen über Baufortschritt und geplante Dauer. Oder die Frage, warum an manchene Tagen scheinbar nicht gearbeitet wird, obwohl das Wetter es zulassen würde.

Auch interessant: scheinbar werden vielen Baustellen, die garnichts mit der UStrab zu tun haben, über „einen Kamm geschert“ und auch mit der UStrab in Verbindung gebracht. Was meinst zu noch mehr Ärger führt.

Und auch der Wunsch nach „schöneren Baustellen“ war des öfteren zu hören: denn wenn schon auf Jahre Baustelle, warum dann nicht versuchen die Baustellen zumindest ein wenig „zu verstecken“. Das dies möglich ist, zeigen ja die einen oder anderen Verschönerungsaktionen, die man in Karlsruhe finden kann.

Basierend auf den Rechereche-Erkennnissen wurden dann typische Benutzer identfiziert, wie etwa der Beamte, der zwar ohne Belästigung den täglichen Weg zur Arbeit meistern möchte, die dafür nötigen Informationen aber „ganz ohne Aufwand“ und für ihn massgeschneidert bekommen möchte.

Nach gut 4 Stunden dann war „Showtime“ und die 3 Teams stellten ihre Prototypen aus Lego, Bauklötzen und Papier vor – gewürzt mit der einen oder anderen Rollenspiel-Einlage. Da gab es UStrab-Rikschas zu bewundern, die einen wahren Baustellen-Tourismus fördern sollen (und als Nebeneffekt dem einen oder anderen Studenten einen Nebenverdienst garantieren würden). Dem Pender wird die nötige Information als Mischung aus personalisierten SMS, persönlicher Ansprache durch Mitarbeiter des KVVs und durch ein ausgeklügeltes Farbleitsystem durch das Karlsruher Baustellen-Wirrwar bereitgestellt. Und den Einkauf-Queens wird ein im wahrsten Sinne des Wortes „himmlisches Einkaufserlebnis“ auf und über den Baustellen in der Kaiserstrasse angeboten.

Am Ende waren sich alle Teilnehmenden einig: erstaunlich wie schnell man zu ersten Ideen und Prototypen kommen kann, wenn man ein paar eigentlich ganz einfache Regeln befolgt: Beispielsweise in Teams arbeitet, nicht redet sondern viel mehr tut und vor allem zuallerst einmal die Betroffenen befrägt und „rausgeht“ um von ihnen zu lernen, bevor man sich über mögliche Lösungen Gedanken macht.

Alles in allem war das eine sehr gelungene Veranstaltung und ich freue mich auf geplante Fortsetzungen. Und wer weiss, vielleicht werden dann die Ärgernisse rund um die UStrab-Baustellen bald der Vergangenheit angehören und durch Nutzer- und Menschen-zentrierte Lösungen ersetzt, die von Design Thinkern gefunden wurden.