{"id":2174,"date":"2015-11-26T17:01:37","date_gmt":"2015-11-26T16:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2174"},"modified":"2015-11-26T17:07:02","modified_gmt":"2015-11-26T16:07:02","slug":"ueber-wackelige-pfade-nach-namche-bazar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2174","title":{"rendered":"\u00dcber wackelige Pfade nach Namche Bazar"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC06990.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2186\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC06990.jpg\" alt=\"DSC06990\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gerade rechtzeitig zum Abendessen in dem wie immer gut geheizten und ebenso gut besuchten dining room von The Nest, unserer heutigen Lodge, kommen Ellen und ich von unserem nachmitt\u00e4glichen Kaffeeklatsch in der schon erw\u00e4hnten german bakery zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dieses Mal ist diese sogar mir dem eindeutig deutsch klingenden Namen \u201eHerman Helmer\u201c versehen, und was bei uns Startbucks, Coffee Fellows und Co. sind, scheint die Herman Helmer german bakery in Nepal zu sein, denn im Laufe der Tage und Wochen finden wir immer wieder B\u00e4ckereien, die unter diesem Namen firmieren.<\/p>\n<p>Uns ist es recht, so gibt zumindest ab und an ein wenig Luxus in Form des schon gew\u00fcrdigten black forrest cake oder der immer wieder gerne gekosteten cinamon roles.<\/p>\n<p>Die \u201eHerman Helmer German Bakery\u201c ist \u00fcbrigens ein Joint Venture einer tats\u00e4chlich deutschen B\u00e4ckerei in Kathmandu und Ang Dorjee Sherpa , einem sehr umtriebigen Nepalesen, der Dank B\u00e4ckerei und eigener Lodge ein reicher Mann geworden ist, und mittlerweile wohl auch politische Ambitionen hat.<\/p>\n<p>Unser Energiespeicher wird also regelm\u00e4\u00dfig mit Leckereien versorgt sein, mein Gl\u00fcckskonto nimmt ebenso Fahrt auf, denn ich drehe flei\u00dfig an allen Gebetsm\u00fchlen-R\u00e4dchen, die sich ebenso zahlreich wie farbenfroh entlang unseres Weges zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC06859.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2181\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC06859.jpg\" alt=\"DSC06859\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach dem eher entspannten Einlaufen gestern war die heutige Etappe eine echte Steigerung inklusive der ersten \u201eechten\u201c Steigung kurz vorm nachmitt\u00e4glichen Zieleinlauf in Namche Bazar, der Sherpa-Hauptstadt, die sich auf gut 3400 H\u00f6henmeter an die steilen H\u00e4nge schmiegt. Neben zahlreichen Lodges, Hotels, Shops, Restaurants und Bars gibt es auch Polizeirevier, Bank und die \u00f6rtliche Verwaltung. Keine Frage, wir sind im eindeutigen Zentrum der Solu-Khumbu-Region.<\/p>\n<p>Unser Weg f\u00fchrt uns entlang dem Flussufer des Dud Koshi, den wir mal links und mal rechts von uns haben, und den wir immer wieder auf meist wackeligen, und f\u00fcr einige von uns nicht ganz angstfreien H\u00e4ngebr\u00fccken \u00fcberqueren.<\/p>\n<p>Besonders wackelig ist dabei die <em>Sir Edmund Hillary Bridge<\/em>, die sich in fast 80 Meter H\u00f6he \u00fcber eine zweiten H\u00e4ngebr\u00fccke weit \u00fcber das Tal spannt, und die ich schon aus dem \u201eEverest\u201c-Film kenne, den ich noch kurz vor meiner Abreise gesehen habe. Damals in 3D und jetzt \u201ein echt\u201c!<\/p>\n<p>Ich finde es sehr spannend, durch meine Reise vieles aus dem Film selbst erleben zu k\u00f6nnen und mit eigenen Augen zu sehen. Passend dazu begleitet mich und Ellen Ron Krakauers Welterfolg \u201eIn eisigen H\u00f6hen\u201c, der die damaligen Geschehnisse am Mount Everest auf wie ich finde sehr spannende aber wohl auch sehr subjektive Weise beschreibt und die Grundlange f\u00fcr den Film darstellt.<\/p>\n<p>Mich fasziniert, welche enormen und meiner Meinung nach fast \u00fcbermenschlichen Anstrengungen und Entbehrungen offensichtlich n\u00f6tig sind, um den h\u00f6chsten Berg der Welt zu besteigen. Und wie viele Menschen, das dennoch so sehr reizt, dass sie daf\u00fcr viel Geld investieren und das eine oder andere Mal auch ihr Leben aufs Spiel setzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07025.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2182\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07025.jpg\" alt=\"DSC07025\" \/><\/a><\/p>\n<p>In wenigen Tagen werde ich selbst am Fu\u00dfe des Sagarmatha stehen, wie die Einheimischen den Mount Everest nennen. Mir reicht aber der imposante Anblick und \u201emein\u201c Mount Everest wird der Island Peak sein, der mich auch an die Grenzen meiner Belastbarkeit bringen wird. Doch davon sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Markus, Peter und Christian planen f\u00fcr 2017 tats\u00e4chlich die Besteigung des Mount Everest \u2013 ohne Sauerstoff versteht sich, denn sonst ist es wohl kein echtes Bergsteigen. Ich dr\u00fccke im Geiste jetzt schon alle Daumen, und bin gespannt, wie dieses Abenteuer ausgehen wird.<\/p>\n<p>Die erste Nacht in meinem Schlafsack kann ich getrost unter der Rubrik \u201eSauna\u201c verbuchen, denn als ich mitten in der Nacht aufwache, bin ich schwei\u00dfgebadet. Nachdem ich mich aber bis auf die Unterhose entbl\u00e4ttere, wird es richtig kuschelig warm und gem\u00fctlich und f\u00fcr den Rest der Reise werde ich zumindest im Schlafsack nicht frieren. Auf jeden Fall eine sehr lohende Investition, und je k\u00e4lter es in den Lodges wird, desto mehr freue ich mich Abend f\u00fcr Abend auf mein kuscheliges Stelldichein mit meinem olivgr\u00fcnen Schlafsack.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu der ersten Nacht schlafe ich fast himmlisch tief und fest, Tr\u00e4ume unterschiedlichster Couleur inklusive. Meine Bandscheibe, die gestern noch gezwickt hat, scheint mittlerweile auch gut in den Bergen angekommen zu sein, und gibt in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen keinen Laut mehr von sich.<\/p>\n<p>Nachdem wir die Hillary Bridge, die bunt und luftig mit zahllosen Gebetsfahnen eingewickelt ist, hinter unter gelassen haben, geht es f\u00fcr fast eine Stunde steil bergauf. Wieder \u00fcber viele, viele dieses Mal auch sehr staubige Stufen f\u00fcr nepalesische Riesen, die mir heute aber schon wesentlich leichter fallen als gestern.<\/p>\n<p>\u201eSpocky\u201c Naran und ich laufen zusammen vorneweg, und ich versuche mich im Smalltalk. Leider m\u00fcssen wir es beim Austausch von wenigen Fakten belassen, da sein Englisch dem vom echten Spocky nicht gerecht werden kann. Trotzdem sch\u00f6n zu erfahren, dass er vier Kinder im Alter von 9-25 Jahre hat, und dass er au\u00dferhalb der Wandersaison meist zuhause bei seinen Lieben ist, was er sehr genie\u00dft. Und was ich sehr gut verstehen kann.<\/p>\n<p>Mit 55 Jahren ist er der eindeutige Oldie unserer Truppe, ein Alter das man ihm aber in keiner Weise anmerkt, denn so leicht und lachend wie er bergauf geht, sieht das f\u00fcr mich sehr jugendlich sein.<\/p>\n<p>Auf halben Weg nach Namche zeigen sich zum ersten Male Mount Everest und Lhotse, und nat\u00fcrlich z\u00fcckt jeder seine Kamera und h\u00e4lt die ersten Impressionen auf diese Bergriesen fest. In Anbetracht der ungleich eindr\u00fccklicheren Ansichten, die wir von den Beiden noch vor die Linsen bekommen werden, eigentlich v\u00f6llig unn\u00f6tig, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und zum Gl\u00fcck hat die Speicherkarte heutzutage gaaanz viel Platz f\u00fcr Impressionen aller Art.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07134.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2185\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07134.jpg\" alt=\"DSC07134\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mittlerweile hat sich der Abendessen-Tisch gut gef\u00fcllt und zusammen mit Georg, Katrin, Christina und Christian (die \u00fcbrigens weder verwand noch verschw\u00e4gert und auch nicht verliebt sind, wie ich das beurteilen kann nach wenigen Tagen), sowie Andrea und Andreas (dito!) plaudern wir bei orange tea \u00fcber den heutigen Tag und die bevorstehenden Herausforderungen.<\/p>\n<p>Ob es am Sammelsurium der Dialekte liegt oder der M\u00fcdigkeit der ersten Tagen \u2013 die Gespr\u00e4che sind (noch) sehr stockend und zur\u00fcckhaltend. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich ein Gutteil der \u00f6sterreichischen Fraktion schon gut kennt und gemeinsam nach Nepal gereist sind. Im Laufe der Tage und Wochen werde ich aber mit den meisten das eine oder andere Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Im Vergleich zu 2010 bleiben diese aber doch meist eher oberfl\u00e4chlich. Anerkennen was ist!<\/p>\n<p>Und eines ist auch mehr als offensichtlich: Im Vergleich zu den bestens ausger\u00fcsteten Mitwanderten bin ich doch eher improvisiert unterwegs. Im Vergleich zu unseren nepalesischen guides und Tr\u00e4gern bin aber auch ich hochmodern ausgestattet und daher lass ich Ausr\u00fcstung Ausr\u00fcstung sein, genie\u00dfe mein Dhal Bhat, das geteilte Mars mit Ellen und freue mich auf eine weitere Nacht in meiner kleinen aber feinen Schlafsack-Sauna.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade rechtzeitig zum Abendessen in dem wie immer gut geheizten und ebenso gut besuchten dining room von The Nest, unserer heutigen Lodge, kommen Ellen und ich von unserem nachmitt\u00e4glichen Kaffeeklatsch in der schon erw\u00e4hnten german bakery zur\u00fcck. 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