{"id":2204,"date":"2015-12-03T11:59:46","date_gmt":"2015-12-03T10:59:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2204"},"modified":"2015-12-03T11:59:46","modified_gmt":"2015-12-03T10:59:46","slug":"weltrekordhalter-und-zeichentrick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2204","title":{"rendered":"Weltrekordhalter und Zeichentrick"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC07551.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2208\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC07551.jpg\" alt=\"DSC07551\" \/><\/a><\/p>\n<p>Heute ist es endlich so weit \u2013 als wir am Nachmittag das sch\u00f6ne Kloster oberhalb von Thame besuchen, knacken wir die 4000 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel. Allerdings bekommen wir daf\u00fcr keine Pauken und Trompeten, aber wieder einmal eine sehr sch\u00f6ne Aussicht auf Land und Leute. Ich kann immer mehr loslassen, entschleunige bei jedem Schritt ein bisschen mehr und lass mich immer mehr ein auf Nepal.<\/p>\n<p>Thame und die umliegende Region war mit am st\u00e4rksten vom Erdbeben betroffen und noch im Sommer waren fast alle H\u00fctten und Lodges meist fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Unz\u00e4hlige Helfer mit viel Eifer sowie finanzielle und tatkr\u00e4ftige Hilfe auch von au\u00dferhalb Nepals haben aber dazu beigetragen, dass wir kaum noch Menschen sehen, die in Zelten leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie schon in den letzten Tagen fehlen aber offensichtlich (noch) die Touristen, und so sind wir den Tag \u00fcber wieder einmal fast alleine unterwegs und d\u00fcrfen quasi auch als Erstlinge in der gerade wieder aufgebauten Lodge \u00fcbernachten. Deren stolzer Besitzer Apa Sherpa hat im \u00fcbrigen sage und schreibe 21 (!) Mal den Mount Everest bestiegen, und hat es damit sogar in das Business Buch der Rekorde geschafft.<\/p>\n<p>Da \u00fcberrascht es nicht, dass der wie immer gut beheizte <em>dining room<\/em> mit zahlreichen Fotos, Urkunden und Troph\u00e4en dekoriert ist und ich mich fast wie ich einem kleinen Museum f\u00fchle. Ein sehr interessantes Museum allerdings wie ich finde, den <em>audio guide<\/em> suche ich aber vergebens. Apa Sherpa lebt mittlerweile in den USA, ist aber in Nepal eine echte Ber\u00fchmtheit und nutzt diese Ber\u00fchmtheit auch f\u00fcr zahlreiche soziale Projekte. Zuletzt ist er in 99 Tagen durch ganz Nepal gewandert, ohne allerdings den 22. Bergsturm am Everest zu wagen.<\/p>\n<p>Geheizt wird mittlerweile nur noch mit Yak-Dung, der allerorts gesammelt und getrocknet wird. Ich denke an mein kleines Malheur beim letzten Mal, als ich den gem\u00fctlichen H\u00fcttenabend dadurch beendet habe, dass ich das Ofenrohr zum Einsturz gebracht hatte und dem bei\u00dfenden Yak-Dung-Rauch dadurch im wahrsten Sinn des Wortes T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet habe.<\/p>\n<p>Dieses Mal werde ich vorsichtiger sein, die Ofenkonstruktionen scheinen aber auch nicht so waghalsig und wackelig zu sein.<\/p>\n<p>Am Morgen haben wir uns vorerst aus Namche verabschiedet, und sind dann bei wieder strahlendem Sonnenschein entlang der alten Handelsroute gewandert. Der doch sehr frische Wind erinnert uns aber immer wieder daran, dass wir uns mittlerweile auf fast 4000 H\u00f6henmeter bewegen und das Tuch \u00fcber dem Gesicht wird sp\u00e4testens jetzt mein gern gesehener Reisebegleiter.<\/p>\n<p>In Thamo, dem kleinen Bruder von Thamel, legen wir die obligatorische Mittagsteepause ein, und ehe ich mich versehe, bin ich von drei lustigen Br\u00fcdern im Alter von 5 bis 11 Jahren umgeben, die ich der Einfachheit halber unter Tick, Trick und Track verbuche &#8211; auch wenn die Drei mich in bestem Englisch mit einem <em>\u201eMy name is &#8230;\u201c<\/em> begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-047.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2206\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-047.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-047\" \/><\/a><\/p>\n<p>Heute ist n\u00e4mlich schulfrei, Zeit genug also um, die wenigen Touristen um das eine oder andere \u201eZuckerl\u201c zu erleichtern und ein wenig Smalltalk zu betreiben. Ich freue mich \u00fcber die Ablenkung und wir unterhalten uns w\u00e4hrend meinem <em>mint tea<\/em> und der <em>veg noodle soup<\/em> ein wenig \u00fcber Schule und das Leben im Dorf. Selfie zu Vier inklusive versteht sich.<\/p>\n<p>Beim nachmitt\u00e4glichen Besuch des Klosters komme ich mit einem der j\u00fcngeren M\u00f6nche ins Gespr\u00e4ch. Er wurde vor gut 20 Jahren im Alter von vier Jahren ins Kloster gebracht und lebt seit dem hier \u2013 und wird auch sein ganzen Leben hier verbringen, wie er mir wie selbstverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt. F\u00fcr arme und meist kinderreiche Familien ist es nach wie vor \u00fcblich, einen Sohn oder eine Tochter ins Kloster zu geben. Dort gibt es Nahrung und sie erhalten eine Ausbildung \u2013 trotzdem eine unsch\u00f6ne Vorstellung wie ich finde. Sowohl f\u00fcr die Eltern als auch f\u00fcr die kleinen Kinder, die sich dadurch f\u00fcr ihr ganzes Leben ins Klosterleben verabschieden.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen wieder den Gebetssaal besichtigen, und wieder bin ich ber\u00fchrt von der bildgewaltigen und farbenfrohen Sch\u00f6nheit dieses heiligen Ortes.<\/p>\n<p>So ganz sind wir offensichtlich aber noch nicht in der v\u00f6llig einsamen Bergwelt angekommen, denn im <em>dining room<\/em> unserer Lodge sitzen die Kinder des Hauses vor einem imposanten Fernseher und schauen v\u00f6llig fasziniert irgendwelchen Zeichentrick-Quatsch im nepalesischen Kika. Und wie bei uns muss am Ende die werte Frau Mama daf\u00fcr sorgen, dass die Beiden ins Bett schleichen, nachdem der Papa mit seinen eher unentschlossenen Versuchen daran gescheitert ist. Sch\u00f6n, dass sich manche Dinge scheinbar auf der ganzen Welt gleichen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC07575.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2207\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC07575.jpg\" alt=\"DSC07575\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unsere Gespr\u00e4che am Abend ranken sich wieder einmal um die Frage, \u201ewie schwer\u201c der Island Peak denn nun sein wird. F\u00fcr Markus gibt es aber nur eine Voraussetzung um uns dann auf den Gipfel mitzunehmen: wir m\u00fcssen gesund sein und fit genug. Den Rest wird er dann richten. Das klingt im Grunde beruhigend und am Ende wird es genau so kommen. Aber dazu sp\u00e4ter sehr viel mehr.<\/p>\n<p>\u201eObi gehn\u201c hei\u00dft im \u00fcbrigen \u201erunter gehen\u201c wie ich von Andrea und Christian lerne. Klingt f\u00fcr mich paradox aber man(n) \u2013 also ich &#8211; l\u00e4sst sich ja gerne auf fremden (Sprach-) Gebr\u00e4uche ein, seien es die nepalesischen oder auch die \u00f6sterreichischen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist es endlich so weit \u2013 als wir am Nachmittag das sch\u00f6ne Kloster oberhalb von Thame besuchen, knacken wir die 4000 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel. Allerdings bekommen wir daf\u00fcr keine Pauken und Trompeten, aber wieder einmal eine sehr sch\u00f6ne Aussicht auf Land und Leute. 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