{"id":2231,"date":"2015-12-09T22:28:34","date_gmt":"2015-12-09T21:28:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2231"},"modified":"2015-12-09T22:28:34","modified_gmt":"2015-12-09T21:28:34","slug":"traumhafte-aussichten-und-heimweh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2231","title":{"rendered":"Traumhafte Aussichten und Heimweh"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-074.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2233\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-074.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-074\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der liebe Wandergott meint es \u2013 wieder einmal gut &#8211; gut mit mir, denn ich als Erste gegen halb 10 am Vormittag auf dem Gokyo Ri auf 5350 Meter ankomme, strahlt die Sonne vom gnadenlos blauen Himmel mit meinem Strahlen im Gesicht um die Wette.<\/p>\n<p>Und welche Aussichten um mich herum: Vier der h\u00f6chsten Gipfel der Welt lassen sich in unmittelbarer N\u00e4he bestaunen (der Cho Oyu 8201m, der Mount Everest 8848m, der Lothse 8414m und der Makalu 8445m), und die Liste der zu sehenden Gipfel mit 6000 und 7000 Meter lie\u00dfe sich wohl unendlich fortsetzen. Einfach unbeschreiblich sch\u00f6n!<\/p>\n<p>Der Aufstieg war eine entspannte Vormittagsbesch\u00e4ftigung, die ich zusammen mit Lawang genossen habe. Denn so langsam scheinen ich in der H\u00f6he angekommen zu sein, und meine Beine machen die vielen Schritt aufw\u00e4rts fast schon von alleine. Schon beim Aufstieg zeigen uns sich die Bergriesen um uns herum in imposanter Manier und ich versuche Lawang zu erkl\u00e4ren, dass solch erhabene Sch\u00f6nheit f\u00fcr mich pers\u00f6nlich Beweis ist, dass es \u201eeinen Gott\u201c geben muss. Lawang grinst wie immer und versteht wahrscheinlich nur Bahnhof. Ist aber auch nicht schlimm.<\/p>\n<p>Lawang erz\u00e4hlt, dass er schon auf 7900 Meter im Mount Everest Base Camp IV war, dass aber sein eigentlicher Liebingsgipfel tats\u00e4chlich der Island Peak ist, den er wohl schon sage und schreibe 25 Mal erfolgreich bestiegen hat. Ich vermute fast, dass er das nur sagt, weil er mir einen Gefallene tun m\u00f6chte aber der Island Peak zeigt sich dann tats\u00e4chlich neben all den Riesen als \u201ekleiner H\u00fcgel\u201c am Horizont. Kaum zu glauben, dass ich da vielleicht auch noch stehe werde.<\/p>\n<p>Gerade stehe ich aber noch auf dem Gokyo Ri und mittlerweile sind wir komplett und nach dem obligatorischen Gipfel-Bussi von Markus f\u00fcr jeden, der dies m\u00f6chte, wird wild geknipst. Nat\u00fcrlich das n\u00e4chste Mannschaftsfoto, aber auch alleine, zu Zweit oder in Kleingruppen. Hauptsache diese unbeschreibliche (Berg-) Sch\u00f6nheit hinter uns ist gut zu sehen.<\/p>\n<p>Endlich macht die Panorama-Funktion, die wir alle in unseren Kameras mit uns herumtragen, Sinn, und wenn wir in diesem Moment eine typische Handbewegung machen m\u00fcssten, w\u00e4re das wohl das \u201eAbfahren\u201c der wundersch\u00f6nen Panoramen um uns herum. Ich bin gespannt, ob und wie ich diese angemessen ausdrucken und an meine Karlsruher Wohnungswand h\u00e4ngen kann. Im Vergleich zum echten Erleben kann das aber wohl nur ein farbgedruckter Abklatsch sein. Ich behalte sie vorsorglich auch im Herzen, denn da sind sie absolut unverg\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Mir ist nach Springen und mit etwas Ausdauer und Katrin\u00b4s Finger am Ausl\u00f6ser gelingen lustige Sprungfoto-Aufnahmen, auf denen ich scheinbar Richtung Mount Everest abhebe. Lawang springt gleich mit und wundert sich wohl wieder einmal \u00fcber die Einf\u00e4lle \u201edieser Touristen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-077.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2234\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-077.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-077\" \/><\/a><\/p>\n<p>So erf\u00fcllt schmeckt die <em>veg noodle soup<\/em> nach unserem Abstieg zur\u00fcck zu unserer Lodge nat\u00fcrlich umso besser, und so machen wir uns frohgelaunt und gut gest\u00e4rkt zu unserer Nachmittagsetappe auf.<\/p>\n<p>Die uns quer \u00fcber den fast einen Kilometer breiten Ngozumba Gletscher f\u00fchrt, den gr\u00f6\u00dften Gletscher im Solu Khumbu. Im wahrsten Sinne wieder einmal \u00fcber \u201eStock und Stein\u201cund die Landschaft um uns herum, l\u00e4sst sich wahlweise mit \u201ew\u00fcst und \u00f6d\u201c, \u201ewie auf dem Mars\u201c oder schlicht als \u201eEisw\u00fcste\u201c beschreiben.<\/p>\n<p>Wieder einmal werden wir von einem bellenden Begleiter unterst\u00fctzt, der uns bis am sp\u00e4ten Nachmittag begleitet, als wir unsere heutige Lodge in Dragnak erreichen. Der H\u00fcttenwirt ist ein alter Bekannter von Markus, da dieser schon mehrere Jahre in \u00d6sterreich gearbeitet hat.<\/p>\n<p>Und er hat allem Anschein nach gelernt, wie man europ\u00e4ische Wanderer gl\u00fccklich machen kann: doppelverglaste Fenster, saubere Toiletten direkt bei den Zimmern und die <em>hot shower<\/em> darf nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. Die f\u00fcnf Euro g\u00f6nne ich mir nat\u00fcrlich gerne und bin gerade rechtzeitig frisch geduscht im <em>dining room<\/em> zur\u00fcck, als wir vom H\u00fcttenwirt auf einen Schnaps eingeladen werden. Wohl auch eine \u00f6sterreichische H\u00fcttentradition, zu der ich gerne Prost sage.<\/p>\n<p>Das erwartete <em>wifi<\/em> \u201etut heute leider nicht\u201c, was ich sehr bedauere, denn ich h\u00e4tte gerne ein wenig Kontakt mit der Heimat aufgenommen. Denn am Nachmittag hat mich ein wenig Heimweh befallen nach der \u201eAusgehcrew\u201c, nach Jan und Luisa, nach meiner Trompete, nach ein paar guten Gespr\u00e4chen, die sich nicht nur um Berge drehen und die nicht auf \u00f6sterreichisch stattfinden und nach der einen oder anderen Kuscheleinheit vor dem Kamin.<\/p>\n<p>Ich merke wieder einmal, dass mir auf Dauer die \u201erichtigen Menschen\u201c um mich herum mindestens genauso wichtig sind, wie die sch\u00f6nste Natur oder die spannendsten Reiseziele. Das werde ich f\u00fcr meine n\u00e4chsten Reisen auf jeden Fall in die Planung einflie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Ich packe mich und mein Heimweh in meinen Schlafsack und lasse den Nachmittag mal schlafend, mal denkend und mal meditierend aber jederzeit gut eingepackt ausklingen und f\u00fchle mich nach diesen zwei Stunden \u201ealleine\u201c wieder viel besser.<\/p>\n<p>Die Gebetsfahne heute auf dem Gokyo Ri habe ich f\u00fcr mich selbst aufgeh\u00e4ngt: f\u00fcr meinen Mut, meine Ausdauer, meinen Optimismus und daf\u00fcr, dass ich mich darauf verlassen kann, immer den n\u00e4chsten Schritt zu machen, wenn dieser ansteht. Sei es am Berg oder im wahren Leben.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum Abendessen bin ich zur\u00fcck im gut gef\u00fcllten <em>dining room<\/em>, der Dank Doppelverglasung und Bolleroffen mehr als gem\u00fctlich eingeheizt ist. Ich genie\u00dfe mein Dhal Bhat und als \u00dcberraschung gibt es als \u201eGru\u00df aus der K\u00fcche\u201c eine sehr schokoladige <em>chocolate role<\/em> als Nachtisch.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend spricht Markus noch das Wort zum Sonntag bzw. f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag. Denn es wird ein sehr langer Tag werden, den wir schon mit einem Fr\u00fchst\u00fcck um 6:00 Uhr starten wollen. Da hei\u00dft es fr\u00fch schlafen gehen und s\u00fc\u00df tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Und meinen Lieben zuhause schreibe ich dann bei n\u00e4chster Gelegenheit. Das weltweite Netzt ist ja mittlerweile sogar in Nepal fast schon \u00fcberall angekommen, so dass ich darauf sicherlich nicht allzu lange warten muss.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-071.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2235\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-071.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-071\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der liebe Wandergott meint es \u2013 wieder einmal gut &#8211; gut mit mir, denn ich als Erste gegen halb 10 am Vormittag auf dem Gokyo Ri auf 5350 Meter ankomme, strahlt die Sonne vom gnadenlos blauen Himmel mit meinem Strahlen im Gesicht um die Wette. 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