{"id":2255,"date":"2015-12-11T14:15:05","date_gmt":"2015-12-11T13:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2255"},"modified":"2015-12-11T14:15:05","modified_gmt":"2015-12-11T13:15:05","slug":"der-dritte-pass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2255","title":{"rendered":"Der dritte Pass"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC8873.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2257\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC8873.jpg\" alt=\"_DSC8873\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz vor 9 am Abend, also fast schon Schlafenszeit in den Bergen. Ich sitze ausnahmsweise (?) im <em>dining room<\/em> unserer Lodge in Chukung und lasse den Tag in Gedanken Revue passieren.<\/p>\n<p>Die lange und sehr anstrengende Etappe, die uns bis auf 5535 Meter H\u00f6he \u00fcber den Kongma La Pass gebracht hat, habe ich nach einer dieses Mal wieder hei\u00dfen <em>hot shower<\/em>, einem au\u00dferordentlich guten Dhal Bhat und ein paar sch\u00f6nen digitalen Nachrichten aus der Heimat schon wieder ganz gut verdaut.<\/p>\n<p>Aber trotz allem bin ich ziemlich platt, und ich scheine nicht der Einzige zu sein. Denn f\u00fcr Morgen hat Markus einen Ruhetag ausgerufen, den wir uns alle sehr gerne g\u00f6nnen werden. Bevor dann der letzte H\u00f6hepunkt unserer Tour ansteht \u2013 die Besteigung des Island Peak.<\/p>\n<p>Das lange Laufen stoppt immer \u00f6fters und nachhaltiger meine Gedankenkreisel und auch wenn mich die d\u00fcnne Luft doch das eine oder andere Male sehr nach eben dieser schnappen l\u00e4sst, geht es mir ausgezeichnet und ich komme alles in allem gut mit den k\u00f6rperlichen Herausforderungen zurecht.<\/p>\n<p>Ab und an ein wenig Kopfschmerzen, aber immer guten Appetit und die vielen Liter Tee, die ich jeden Tag verdr\u00fccke, zeigen mir, dass ich weit entfernt bin von H\u00f6henkrankheit und Co..<\/p>\n<p>Wobei ich die wohl geltende Faustregel, die mir eigentlich einen Lister Fl\u00fcssigkeit f\u00fcr jede 1000 Meter H\u00f6he abverlangt, beim besten Willen nicht schaffe, dann wohl aber noch \u00f6fters zu meinen n\u00e4chtlichen Toiletteng\u00e4nge aufbrechen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Gestartet sind wir heute sehr Wanderer-freundlich um 8 Uhr in der Fr\u00fch und kurz nach halb Zehn holen wir schon eine weitere Wandergruppe ein, die allerdings fast zwei Stunden vor uns gestartet ist. Wir sind also gut unterwegs und Markus zeigt sich sehr zufrieden mit \u201eseiner Mannschaft\u201c.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4nge mich heute im Geiste an Christian (das echte Seil wird dann \u00fcbermorgen ausgepackt), und folge ihm Schritt f\u00fcr Schritt die immer steiler werdenden und am Ende Schnee bedeckten Serpentinen hinauf zum Pass. Heute ohne St\u00f6cke aber daf\u00fcr meist schweigend, ziemlich oft nach Luft ringend und mit verschr\u00e4nkten Armen vor der Brust.<\/p>\n<p>Die mittlerweile wohlbekannte Blocklandschaft macht mir wieder ziemlich zu schaffen, aber Stein um Stein geht es h\u00f6her. Und nach gut drei Stunden Gehzeit ist es geschafft, und ich stehe auf dem h\u00f6chsten der drei P\u00e4sse, die wir auf unserer Tour durch den Solu Khumbu zu bew\u00e4ltigen haben.<\/p>\n<p>Wie gewohnt werden wir vom lieben Wandergott einmal mehr reicht beschenkt, denn wieder einmal offenbart sich uns ein wundersch\u00f6nes und im Grunde unbeschreibliches Panorama: im Hintergrund der Cho Oyu, direkt vor uns die beeindruckend steile Nordseite der Ama Dablam und dahinter Baruntse und Makalu. Einfach grandios!<\/p>\n<p>Wir genie\u00dfen in der windgesch\u00fctzten Sonnenseite des Passes die Momente und den Ausblick. Zwar sicher einer der schwierigsten Pass\u00fcberg\u00e4nge, aber das Panorama ist als Belohnung mit Abstand eines der beeindrucktesten hier im Solu Khumbu. Obligatorisches Mannschaftsfoto inklusive nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Besonders ein ca. ein Meter langer Felsvorsprung wird zur beliebten Fotoplattform, denn sobald Mann oder Frau sich darauf wagen, um sich ablichten zu lassen, scheinen diese fast \u00fcber den Bergen zu schweben, so ausgesetzt ist dieser.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-117.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2258\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-117.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-117\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach verdienter Rast, einem Schoko-M\u00fcsliriegel und ein paar kr\u00e4ftigen Z\u00fcgen aus der Teeflasche geht es dann schon wieder abw\u00e4rts. Anfangs noch sehr steil und teils auch \u00fcber ein Seil gesichert, aber schon am direkt unterhalb des Passes liegenden Sees wird es flacher und auch wieder gr\u00fcner.<\/p>\n<p>Der Nachmittag wird aber dann doch lang und l\u00e4nger, aber sobald mich die Kr\u00e4fte verlassen, gen\u00fcgt ein Blick links oder rechts und die sehr abwechslungsreiche Bergwelt um mich herum motiviert mich immer wieder aufs Neue.<\/p>\n<p>Der Island Peak taucht p\u00fcnktlich zum Nachmittagstee am Horizont auf und wird uns die n\u00e4chsten Tage auch nicht wieder verlassen. Markus zeigt uns schon mal den Weg, den wir \u00fcbermorgen einschlagen werden und ich bin sehr gespannt darauf.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag dann endlich zeigt sich Chukung, unser heutiges Tagesziel. Allerdings noch tief unter uns, und so dauert es nochmals \u00fcber eine Stunde \u00fcber steile und immer staubigere Pfade bis wird unsere niegelnagelneue und wirklich sch\u00f6ne Lodge erreichen.<\/p>\n<p>Und Vorsicht Premiere: die Lodge verf\u00fcgt doch in der Tat \u00fcber isolierte Fu\u00dfb\u00f6den, die das Bergstiefelgetrampel am Morgen auch ohne Ohrenst\u00f6psel fast verstummen lassen. Das nenne ich nutzerzentrierte Innovation!<\/p>\n<p>Da wir morgen ausschlafen d\u00fcrfen und wander-frei bekommen haben, sitzen wir in mittlerweile bestens eingespielter UNO-Runde noch ein bisschen l\u00e4nger und probieren uns durch das gesamte Chips-Sortiment. Kurz nach 10 Uhr aber dr\u00e4ngt die Herbergsmutter freundlich aber bestimmt auf ein Ende, so dass ich wenige Minuten sp\u00e4ter schon in meinem Schlafsack liege und fast unmittelbar den Schlaf des zufriedenen Wanderers schlafe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC8485.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2259\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC8485.jpg\" alt=\"_DSC8485\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor 9 am Abend, also fast schon Schlafenszeit in den Bergen. Ich sitze ausnahmsweise (?) im dining room unserer Lodge in Chukung und lasse den Tag in Gedanken Revue passieren. 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