{"id":2278,"date":"2015-12-13T22:13:52","date_gmt":"2015-12-13T21:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2278"},"modified":"2015-12-13T22:13:52","modified_gmt":"2015-12-13T21:13:52","slug":"der-kreis-schliesst-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/?p=2278","title":{"rendered":"Der Kreis schlie\u00dft sich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-155.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2282\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-155.jpg\" alt=\"SONY DSC\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Namsche Bazar. Der Kreis schlie\u00dft sich also und wir sind zur\u00fcck in der Sherpa-Hauptstadt, die sich so ph\u00e4nomenal an die steilen Bergw\u00e4nde anlehnt.<\/p>\n<p>Gestern starteten wir in Chukung in fast 5000 Metern H\u00f6he, und der Abstieg ging erwartungsgem\u00e4\u00df schneller als der Aufstieg.<\/p>\n<p>Zur Mittagszeit verabschiede ich mich vom Island Peak, der uns tags zuvor so wohlgesonnen war, mit einer ph\u00e4nomenalen <em>cinnamon role<\/em> und einem ebensolchen Cappuccino, den wir in der <em>french bakery<\/em> in Dingboche genie\u00dfen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Schon interessant zu sehen und zu erleben, was sich in den f\u00fcnf Jahren seit meinem letzten Besuch alles ge\u00e4ndert hat. In 2010 war <em>wifi<\/em> im Prinzip nicht vorhanden, allenfalls das eine oder andere Internet-Cafe mit nicht viel mehr als Modem-Geschwindigkeit. Echter Kaffee? Fehlanzeige! Und heute gibt es Kaffee und Internet wie bei uns meist sogar in Kombination. Im Grunde kann ich gut auf all das auch verzichten, wenn es dann dennoch verf\u00fcgbar ist, ist das wahrer Luxus, \u00fcber den sich die geplagte Wandererseele durchaus freut.<\/p>\n<p>Die Wege werden wieder breiter, die karge Vegetation der letzten Tage allm\u00e4hlich von Str\u00e4uchern und B\u00fcschen abgel\u00f6st und sp\u00e4testens hinter Pangboche sind wir zur\u00fcck auf der Everest-Autobahn.<\/p>\n<p>Und wie auf jeder Autobahn gibt es dann auch wieder mehr Verkehr und uns kommen mehr und mehr tapfere Wanderinnen und Wanderer entgegen, die das meiste von dem, was wir schon bew\u00e4ltigt habe, noch vor sich haben.<\/p>\n<p>Etliche ziemlich verschwitzt, mit knallrotem Kopf und wie wild keuchend \u2013 da wurde wohl bei dem einen oder anderen die richtige und n\u00f6tige Akklimatisation vergessen.<\/p>\n<p>Das Everest <em>base camp<\/em> kann der geneigte Wanderer in 7-10 Tages-Programmen buchen, doch dann bleibt f\u00fcr eine langsame und schrittweise Ann\u00e4hrung an die extreme H\u00f6he kaum Zeit. Mit unkalkulierbaren Folgen f\u00fcr die Gesundheit.<\/p>\n<p>In Pangboche legen wir unsere Nachtruhe ein und bevor ich mich meinem (fast) allt\u00e4glichen Dhal Bhat widme, machen Markus, Ellen, Georg und ich noch einen kleinen Nachmittagsspaziergang zum \u00f6rtlichen Kloster.<\/p>\n<p>Da es mittlerweile sehr nebelig geworden ist, wird das dann ein fast schon mystischer Ausflug. Vorbei an endlosen Reihen von verblassen, bunten oder strahlend wei\u00dfen Mani-Steinen. Ellen und ich legen beim R\u00fcckweg jeweils einen Stein dazu, als kleine Danksch\u00f6n f\u00fcr die gegl\u00fcckte Island Peak Besteigung.<\/p>\n<p>Wie so oft in den letzten Tagen und Wochen entdecken wir wieder Reste der Erdbebensch\u00e4den aus dem Fr\u00fchjahr und wieder erklingt das f\u00fcr mich so typische Ger\u00e4usch des nepalesischen Wiederaufbaus \u2013 das H\u00e4mmern der unz\u00e4hligen Steineklopfer.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der Lodge setzten wir nach dem Abendessen unser fast t\u00e4gliches UNO-Turnier fort. Dieses Mal bleibt es f\u00fcr mich jedoch beim Pech im Spiel &#8211; lassen wir uns \u00fcberraschen, ob das in n\u00e4chster Zeit die sprichw\u00f6rtlichen Folgen haben wird.<\/p>\n<p>Der Tag heute folgt der fast gleichen, sehr angenehmen Rezeptur. Mittagspause in einer B\u00e4ckerei mit leckerer <em>cinnamon role<\/em> und ebensolchem Cappuccino. Dazu einen Schluck Kultur beim Besuch des gro\u00dfartigen Klosters in Tengboche, einem der spirituellen Zentren der Buddhisten in Nepal.<\/p>\n<p>Auch hier sehen wir die Folgen des Erdbebens, die aber fast schon alle wieder beseitig sind. Da waren wohl viele freiwillige Helfer am Werk, die sich dadurch vielleicht auch ein wenig g\u00f6ttlichen Beistand erarbeiten wollen.<\/p>\n<p>Wir unterhalten uns mit dem kl\u00f6sterlichen Hausmeister, der viel Wissenswertes \u00fcber das Kloster zu erz\u00e4hlen hat. In seiner \u00fcber 400-j\u00e4hrigen Geschichte wurde es beispielsweise schon dreimal komplett zerst\u00f6rt. Durch Feuer oder Erdbeben und jedes Mal wieder gr\u00f6sser und sch\u00f6ner neu aufgebaut. Es leben 30 M\u00f6nche im Kloster, die aber oft unterwegs sind.<\/p>\n<p>Die Gebetshalle ist wundersch\u00f6n und ganz frisch und farbenpr\u00e4chtig mit den mir schon bekannten Szenen aus Buddhas Leben ausgemalt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-147.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2280\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-147.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-147\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Eingang des Klosters gibt es zudem einen der Sage nach Original-Fu\u00dfabdruck von Buddha zu bewundern, den dieser beim Meditieren im 16.Jahrhunder hier vor Ort in einem Stein zur\u00fcckgelassen hat. Es geh\u00f6rt allerdings ganz viel Fantasie dazu, diesen zu entdecken, aber wenn die katholische Kirche Holzst\u00fcckchen als Teil des Kreuzes von Jesus als Heiligtum verehrt, kann der Buddhist in Nepal auch sehr gerne heilige Fu\u00dfabdr\u00fccke sehen, wenn er dies denn will.<\/p>\n<p>Auch heute verh\u00fcllt ein dichter Nebel schon am fr\u00fchen Nachmittag die ansonsten herrlich gr\u00fcne Bergwelt um uns herum, so dass ich die letzten zwei Stunden auf dem Weg nach Namche in mir und im Nebel versunken zur\u00fccklege.<\/p>\n<p>Einen ersten Blick auf die <em>Hillary Bridge<\/em> l\u00e4sst die nebelige Suppe um mich herum aber zu, doch dar\u00fcber wird es erst am n\u00e4chsten Tag gehen.<\/p>\n<p>In Namsche begr\u00fc\u00dft und dann wieder <em>The Nest<\/em>, die Lodge, aus der wir vor \u00fcber zwei Wochen zu unserem Bergabenteuer aufgebrochen sind. Sch\u00f6n finde ich es, wieder zur\u00fcck in der Zivilisation zu sein. Inklusive der schon gehuldigten deutschen B\u00e4ckerei, spielenden Kindern vor dem Schulgeb\u00e4ude und unz\u00e4hligen Shops und L\u00e4den, in denen es einfach alles und noch mehr gibt.<\/p>\n<p>F\u00fcrs Souvenirs fehlt mir aber im Augenblick noch die rechte Motivation, das werde ich in wenigen Tagen in Kathmandu in aller Ausf\u00fchrlichkeit nachholen. Stattdessen widme ich mich dem <em>free wifi<\/em> in der <em>german bakery<\/em>. Das heutige Passwort entspricht exakt dem hei\u00dfen und wohlschmeckenden Getr\u00e4nk vor mir, so dass sogar ich mir das gut merken kann und problemlos ins weltweite Netz eintauche.<\/p>\n<p>Die Ausgeh-Crew diskutiert die Frage, wer wann und wo den neuen James Bond anschauen m\u00f6chte und Gina verkauft redesign YOU gerade an VW in Wolfsburg. Der Alltag blinzelt um die Ecke, noch virtuell aber bald auch ganz real. Und das ist auch gut so, denn ich freue mich schon sehr auf Zuhause.<\/p>\n<p>Zum Abendessen teilen wir uns den gro\u00dfen <em>dining room<\/em> mit gef\u00fchlten 300 Japanern, die laut schnatternd die Lautst\u00e4rke im Raum zu ungeahnten (Gipfel-) H\u00f6hen treiben.<\/p>\n<p>Ich bleibe schon der Tradition wegen bei Dhal Bhat, es gibt schlie\u00dflich nicht mehr allzu oft die Gelegenheit dazu das nepalesische Nationalgericht so schmackhaft und inklusive Nachschlag zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>UNO bleibt heute ungespielt und nach einer Genuss-Zigarette mit Katrin verkrieche ich mich schon recht fr\u00fch in mein so liebgewonnenes Schlafsackpardies.<\/p>\n<p>Ich habe mit meinen wackeren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in den letzten fast drei Wochen gut 170 Kilometer und weit mehr als 15.000 H\u00f6henmeter zur\u00fcckgelegt. Da schlafe ich m\u00fcde und zufrieden ein und tr\u00e4ume von &#8230;. mal sehen, vielleicht werde ich bei Gelegenheit noch davon berichten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-143.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2281\" src=\"https:\/\/www.jochenguertler.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/SoluKhumbu2015-143.jpg\" alt=\"SoluKhumbu2015-143\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur\u00fcck in Namsche Bazar. Der Kreis schlie\u00dft sich also und wir sind zur\u00fcck in der Sherpa-Hauptstadt, die sich so ph\u00e4nomenal an die steilen Bergw\u00e4nde anlehnt. Gestern starteten wir in Chukung in fast 5000 Metern H\u00f6he, und der Abstieg ging erwartungsgem\u00e4\u00df schneller als der Aufstieg. Zur Mittagszeit verabschiede ich mich vom Island Peak, der uns tags [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2280,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,117],"tags":[118,119,120],"class_list":["post-2278","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog","category-solu-khumbu-2015","tag-nepal","tag-reisebericht","tag-solu-khumbu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jochenguertler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}